Der Impuls war so klar wie die eisige Luft, die ich einatmete, als ich durch den nebelverhangenen Wald spazierte. 'Die nächste Tasse Tee gehört dir.'
"Uff - das kannst du doch nicht machen", war mein erster Gedanke, gleich gefolgt von einer leiseren Stimme, die fragte: "Wieso eigentlich nicht?"
Nun ist es soweit.
Vor etwa 5 Jahren hat die erste Folge der Tasse Tee das Licht der Welt erblickt und seitdem gab es 26 Folgen mit wunderbaren Menschen und inspirierenden Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern. Schon länger habe ich Lust daran anzuknüpfen.
Zum Start treffe ich mich selbst auf eine Tasse Tee und schenke mir diesen Raum als Wertschätzung für meinen Weg aus einer anderen Perspektive. Ich freue mich auf das Experiment und bin ein bisschen aufgeregt, was da kommen mag.
Vielleicht hast du Lust mit mir einzutauchen und dich mitnehmen zu lassen.
Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen und freue mich, dass du da bist.
Hey Alexandra, schön, dass du da bist und dass du dir Zeit nimmst, ein paar Fragen zu beantworten und Einblicke in deine Reise zu geben.
Danke für die Einladung, ich weiß noch nicht so richtig, was auf mich zukommt und gleichzeitig habe ich Lust mich darauf einzulassen.
Hol mich mal in deine Situation. Wo bist du gerade? Wie sieht dein Tag aus?
Draußen regnet es, die Tropfen prasseln aufs Vordach, leichte Nebelschwaden liegen über dem Schlossberg, hier drinnen ist es warm, die Heizung rattert und neben mir steht außer einer Tasse Tee auch noch eine Packung Plätzchen, die ich gestern von meinem Arbeitskollegen geschenkt bekommen habe. Heute habe ich Spätschicht im Bioladen, das heißt ich gehe um 12:45 Uhr aus dem Haus und bis dahin habe ich Zeit das zu tun, was es braucht. Ich fühle mich müde, platt und ein bisschen angeschlagen, deshalb habe ich umdisponiert und schreibe lieber, als in die Stadt zu gehen, um Winterschuhe zu kaufen.
Ich erinnere mich, dass du vor ein paar Jahren viele Yogastunden gegeben, Meditationsabende angeboten und Mantrasingkreise im Kinzigtal veranstaltet hast – plötzlich wurde es sehr ruhig und nun wohnst du in Freiburg.
Magst du uns mitnehmen auf die Reise, die dazwischen passiert ist?
Ja gerne. Ich versuche mich kurz zu halten, kann aber nicht versprechen, dass das klappt. Eigentlich muss ich ein bisschen weiter ausholen, um den roten Faden zu haben. 2017 habe ich meinen Beruf als Realschullehrerin aufgegeben, ich hatte einfach buchstäblich keine Kraft mehr. Weder physisch, noch psychisch, noch emotional. Es folgte eine lange Krankschreibungsphase, eine Reise auf den Jakobsweg und ein wahrliches Stürzen auf alles, was mit Coaching, Yoga, Meditation und das Suchen der eigenen Person zu tun hat. Ich machte eine Ausbildung zur Yogalehrerin (Ende 2018) und dann ging alles ganz schnell – alles lief wie am Schnürchen, ich hatte so viele Yogastunden, ich habs von Herzen gerne gemacht, habe Räume geöffnet, die die Menschen gerne angenommen haben – es war eine super schöne, lehrreiche und auch intensive Zeit. Es kamen wundervolle Menschen zu mir und die Begegnungen waren sehr wertvoll. Parallel dazu machte ich eine Ausbildung/ Fortbildung über zwei Jahre in meditativer Heilkunst. Auch hier ging es darum, dass ich mich immer wieder gefragt habe: „Was kann ich geben? Was könnte den Menschen guttun? Wovon könnten sie etwas wirklich Wichtiges haben?“
Mit Beginn der Coronapandemie und dem Wegfall von vielen alltäglichen Dingen und der Umstellung auf online der meisten meiner Angebote, kamen mehr und mehr Ängste auf – leise, am Anfang kaum spürbar und natürlich wollte ich sie auch nicht spüren.
Doch ein Teil wusste: ‚Da kommst du nicht drum rum meine Liebe.‘ Ich spürte so sehr in jeder meiner Zellen, dass eine tiefgreifende Heilungsreise ansteht – aber ich wollte nicht! Ich wollte das absolut nicht. Denn ich spürte – das wird nicht einfach werden.
Ich wollte funktionieren. Ich wollte weiterhin als die gutgelaunte Yogalehrerin gesehen werden, die so viel zu geben hat.
Und wie ging es dann weiter?
Im Dezember 2022 ist einer meiner beiden geliebten Opas relativ plötzlich verstorben, da hat es mir buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen. Es war der erste Tod eines nahen Angehörigen für mich und ich wusste sofort: Nun brauche ich wirklich Hilfe.
Nur drei Monate später bin ich aus Eigeninitiative heraus in die psychosomatische Klinik nach Windach gegangen, in der ich zwei Monate blieb. Rückblickend kann ich sagen, dass dort mein Boot-Camp des Lebens erst so richtig begann… Zum Glück wusste ich das zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Du schmunzelst – das war doch sicher keine einfache Zeit, oder?
Nein, ganz und gar nicht. Gleichzeitig war ich aber erleichtert, mir endlich die Hilfe geholt zu haben, die ich brauchte und an einem Ort zu sein, an dem das alles so sein durfte. Was die Ängste zu Beginn erst mal noch schlimmer machte…
Und gleichzeitig staune ich immer wieder über das Leben und wie rückblickend alles (s)einen Sinn ergibt. Deshalb finde ich es auch gerade sehr wertvoll in diesem Format mich umzudrehen und zurück zu schauen, das ist eine wunderbare Wertschätzung für meinen Weg, den ich mir zugegebenermaßen immer ganz anders vorgestellt hatte. Deshalb fällt es mir auch oft schwer, ihn in all seinen Formen anzunehmen.
Die Klinik hat mir auf vielen Ebenen aufgezeigt, wo ich wirklich stehe und ich habe dort schon den riesigen Berg an Arbeit vor mir gesehen. Das war kein schönes Gefühl. 'Aha. So ist es gerade. Da stehe ich, wenn ich ganz ehrlich zu mir bin.' Phu. Das war echt hart.
Trotzdem habe ich mich dort gut aufgehoben gefühlt und ich wusste, es gibt keine Abkürzung, keinen schnelleren Weg und keinen Geheimcode, den ich nutzen kann. Ich muss da jetzt einfach durch. DAS gehört auch zu MEINEM Weg.
„The only way out is through.“ Dieses Zitat beschreibt es ganz gut.
Mein großes Ziel (wieder) von zu Hause auszuziehen hat mir geholfen dranzubleiben und auch der Wunsch, entspannt alltägliche Dinge tun zu können - einkaufen, durch die Stadt bummeln oder schwimmen gehen. Die Ängste hatten meinen Radius sehr verkleinert, sodass ich mich auch von vielen sozialen Kontakten zurückgezogen hatte.
Und wie ging es nach der Klinik weiter?
Der Sprung von der behüteten Nest-Umgebung zurück in das wilde, weite Leben war nicht ganz einfach. Darauf hatten uns die Therapeut*innen schon vorbereitet. "Die eigentliche Arbeit beginnt, wenn Sie wieder zu Hause sind", haben sie stets betont.
Ich hatte schon lange den Traum, in Freiburg zu wohnen und so machte ich mich auf die Suche nach einem WG-Zimmer.
Ach genau und davor erfüllte ich mir noch einen weiteren Traum: Ich reiste nach Norwegen zu einer guten Freundin, die dorthin ausgwandert ist.
Wir kennen uns vom Studium. Rückblickend habe ich keine Ahnung, wie ich diese Reise geschafft habe aber ich war dort und die Schönheit der Natur, die Farben und die Weite im Blick haben mich umgehauen. Das hat mir Kraft und Selbstvertrauen gegeben, auch wenn es immer wieder herausfordernd war. Danke Anja für deine Unterstützung in all meinen Fragen vorab und währenddessen. :)
Ganz langsam kam mein Optimismus und das Vertrauen in das Leben zurück - ich wusste einfach, dass ich ein Zimmer finden würde, auch wenn viele der Meinung waren, dass das in Freiburg schwer sei.
Gleich das Zweite war mein Match. Ich habs sofort gespürt. Die Nähe zur Natur, ein wunderschöner kleiner Wald direkt nebenan und die ruhige Lage. Ich bekam das Zimmer und damit begann wieder ein neues Kapitel im Buch meines Lebens.
Parallel dazu habe ich einen Minijob in einem großen Bio-Supermarkt mit familiärer Atmosphäre angefangen, was sich noch oft als wahrer Schatz erweisen würde.
Und durch eine "zufällige" Begegnung mit einer Frau im Wald, die zu einer Freundin werden wird, habe ich den Tipp zu einem Verein in Freiburg bekommen, der Menschen in oder nach schwierigen Lebensphasen unterstützt, wieder auf die Beine zu kommen.
Diese Unterstützung bekomme ich nun schon seit 2 Jahren. Ich weine regelmäßig Freudentränen so hilfreich und wertvoll sind die Gespräche und Begleitungen im Alltag. Ich wünsche jedem Menschen, der es braucht so eine passende Unterstützung zu finden.
Es gibt ein vielleicht etwas abgedroschenes Zitat „Das Leben ist immer für dich“ – würdest du das unterschreiben?
Hm, gute Frage. Grundsätzlich schon aber wenn es das eigene Leben betrifft, ist es wieder eine andere Sache, oder nicht? 😉
Vor allem, wenn es gerade schwierig ist. Ich habe so viel gekämpft mit den Dingen, weil ich sie anders haben wollte, weil ich nicht so stark war, wie ich es gerne gewesen wäre, weil ich sooo kleine Schritte machen musste und es mich nach jedem größeren Schritt wieder zwei Tage flachgelegt hat. Vor den Ängsten bin ich immer geflohen und dadurch auch vor dem Leben und wenn ich mal dageblieben bin, dann habe ich gekämpft. Ich war ständig beschäftigt und so konnte ich nicht begreifen, dass das Leben seine eigene Geschwindigkeit, seine eigene Intelligenz und Weisheit hat. Ich habe so viel gehadert mit der Situation wie sie ist, dass ich zu Beginn oft die Magie und Schönheit des Lebens verpasst habe.
Ganz langsam sehe ich sie. Ich fühle sie. Immer öfter und tiefer spüre ich diese tiefe Liebe und das unendliche Wohlwollen des Lebens, wenn ich mich ihm anvertraue. Immer mehr kann ich sehen und fühlen, dass ich getragen, geführt und beschützt bin.
Und wie mich das Leben von Anfang an zutiefst liebevoll begleitet und unterstützt hat.
Oft verstehe ich erst rückblickend, warum manche Dinge "passiert" sind und andere vielleicht nicht.
Und trotzdem gibt es gleichzeitig so viele Momente, in denen ich genau an all dem zweifle: Warum ist es so schwer? Warum dauert es soooo lange? Warum fühle ich so viel? Wie kann ich mit all dem, was ich wahrnehme und fühle umgehen?
Ganz zu Beginn meiner Selbsterkenntnisreise 2017 habe ich an einem vierwöchigen Onlineprogramm teilgenommen und ich dachte damals, dass danach alles gut sein würde und ich Zugang zu meinem wahren Kern finden würde. Wenn ich das so schreibe muss ich fast lachen, wie unwissend ich war und wahrscheinlich immer noch bin. Ich wollte immer alles schnell haben und machen und vor allem wollte ich es hinter mir haben. Abhaken wollte ich es. Langsamkeit und Geduld waren meine größten Feinde.
Wenn ich eins gelernt habe in den letzten Jahren, dann ist es, dass Heilung weder schnell, noch geradlinig, noch vorhersehbar, noch planbar verläuft. Ziemlich ernüchternd, oder nicht?
Wenn man so wie ich dagegen ankämpft, dann schon. Doch je mehr ich mich dafür öffne, dass Dinge und vor allem Heilung Zeit brauchen, desto geschmeidiger wirds :)
Ich dachte auch, wenn ich alles richtig mache, dann muss es mir gut gehen und wenn es mir schlecht geht, dann habe ich im Umkehrschluss etwas falsch gemacht, dann ist es meine Schuld. Erst ein paar Jahre später habe ich verstanden, welchem Druck ich mich da innerlich unbewusst ausgesetzt habe. Ich habe Yoga und Medtation wie eine Wilde betrieben, in Hochzeiten um die zwei Stunden morgens nach dem Aufstehen.
Manchmal reicht es eben nicht, einfach "nur" Yoga zu machen, zu meditieren oder eine Übung zur Nervensystemregulation zu absolvieren und dann ist alles gut. Zumindest in meinem Fall war es eher so, dass ich damit meine eigentlichen Empfindungen und Gefühle überlagert habe - so als hätte ich über die brodelnde Lava der Angst, der Wut oder der Scham einen Teppich von positiven Affirmationen oder ein paar Yoga Asanas gelegt.
Ich hoffe du verstehst das nicht falsch, ich liebe Yoga, Meditaiton und all das was ich auch früher schon weitergegeben habe immer noch. Doch ich bin mehr und mehr skeptisch, wenn ich mir die spirituelle Szene und das Denken der Selbstoptimierung ansehe, weil oft genau da wieder Druck und Stress entsteht. Und wenn Heilung eins nicht brauchen kann, dann ist es Druck oder Stress.
Die Ebene des Fühlens und des wahrhaftigen Spürens ist für mich die geworden, an der ich ansetzen kann, an der ich wirkliche Veränderung spüre und mich mit kleinsten Schritten auf den Weg mache.
Traumataintegration braucht Zeit, Geduld und unendlich viel Wohlwollen und Mitgefühl.
Mit deiner Geschichte klingt es für mich so, als ist es gerade dran gar nicht so viel zu geben, sondern mehr zu bekommen, was du brauchst? Stimmt das?
Ja so war es definitiv am Anfang und ist es teilweise immer noch. Ich musste erst mal verstehen und nachfühlen, dass ich lange darauf gepolt war zu geben. Ich spüre in den feinsten Nuancen was jemand bewusst oder unbewusst fühlt und welches Bedürfnis sich daraus ergeben könnte - nicht immer, aber oft und dann habe ich oftmals mehr gegeben als ich zu geben hatte. Das klingt kompliziert und ich musste auch erst mal verstehen, dass das was ich fühle gar nicht immer meins ist. Je tiefer und besser ich meine eigenen Gefühle kennenlerne und erforsche, desto besser kann ich unterscheiden, was meins ist und was nicht zu mir gehört.
Das war ein wahrhaftiger Gamechanger und da bin ich immer noch am Üben. Jetzt kann ich besser verstehen, warum ich früher in der Schule so viel gegeben habe, wenn es jemandem schlecht ging. Weil es 1:1 auf mich übergehopst ist und ich es nicht trennen konnte.
2022 habe ich an einem dreiteiligen Seminar teigenommen - "Die Kraft der Gefühle" - und den Satz, den die Kursleiterin damals gesagt hat, werde ich nie vergessen: "Mit Gefühlen wird euer Leben nicht unbedingt einfacher, aber es wird defintiv lebendiger."
Das würde ich dick unterschreiben und um keinen Preis würde ich das bewusste Fühlen wieder hergeben wollen, auch wenn es zugegebenermaßen oft sehr anstrengend ist.
Am schönsten finde ich die Momente, wenn ich sehe, wie weit ich schon gekommen bin und wenn ich es schaffe, den Vergleich nicht zu einem anderen Menschen zu ziehen, sondern zu mir selbst in der Vergangenheit. Und mich dafür zu feiern.
All die kleinen und großen Erfolge zu feiern. Sie sind Meilensteine. Überhaupt das Wort Erfolg hat in den letzten Jahren eine so neue Definition und Bedeutung bekommen. Erfolge sind für mich etwas Urindividuelles. Sie können nie von außen festgemach werden, sondern ergeben sich aus dem eigenen Inneren und dessen Geschichte.
Als ich hierhergezogen bin, war es ein tagefüllendes Programm einkaufen zu gehen. Das war alles was ich an einem Tag machen konnte. Ich schaffte es kaum, mit dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren – zu überwältigend waren all die Reize für mich.
So sehr hatte ich mich zurückgezogen, so sehr hatten die Ängste das Steuer übernommen. So sehr war mein Nervensystem überreizt. Die Stadt wird vielleicht nie mein liebster Ort sein, das Hochsensible und die feinen Wahrnehmungskanäle sind ein Teil von mir, den ich mehr und mehr zu lieben beginne – und trotzdem freue ich mich unendlich, dass ich auch mal ganz entspannt durch die Stadt schlendern kann. Das ist ein riesiger Erfolg für mich.
Fragst du dich manchmal, ob Yoga, Meditation & Singen in und für Gruppen wieder einen Platz in deinem Leben einnehmen?
Oh - du glaubst gar nicht, wie oft ich mich das schon gefragt habe und gleichzeitig merke ich, dass die Frage leiser geworden ist.
Ich habe mehr Vertrauen, dass es sich zeigen wird, wenn es an der Zeit ist. Aktuell habe ich (noch) kein Gespür, ob oder was davon zurückkommt. Dafür ist es noch zu früh, glaube ich zumindest. Obwohl ich immer wieder gefragt werde, wann es weitergeht.
Singen und Stimme spielen nach wie vor eine große Rolle, auch das Gitarrespielen. Dieses Jahr habe ich ein erstes eigenes Lied geschrieben, welches ich gerne aufnehmen würde, damit es raus in die Welt getragen werden kann.
Ich spüre tief in meinen Zellen, dass ich auf meinem Weg angekommen bin. Es geht für mich nicht (mehr) um ein bestimmtes Ziel, sondern vielmehr darum, bei mir anzukommen, mich selbst lieben zu lernen, Mitgefühl für mich zu haben und dadurch auch für alle Wesen, die mich umgeben. Step by step.
Vielleicht sind es nicht die größten und schnellsten Schritte, wie ich es gerne hätte aber ich komme voran - in meinem Tempo.
Und was ich an der Langsamkeit so sehr liebe ist, dass ich die kleinen Magie- und Schönheitsmomente besser wahrnehmen kann.
Ein tiefer Blick in die Augen meines Gegenünbers an der Kasse oder ein unerwartetes Gespräch im Park - all diese Momente machen mir immer wieder Gänsehaut vor Freude. Tiefe, echte, leise Freude. Hier mag ich anknüpfen. Im Jetzt. Im Leben. In diesem Moment.
Das Jahr 2025 neigt sich langsam dem Ende entgegen – für was bist du dankbar, welche Ereignisse haben sich besonders in deinen Zellen eingraviert?
Was für eine schöne Frage. Hm, so still nach außen wie dieses Jahr war ich glaube ich noch nie - gleichzeitig hat sich die Verbundenheit nach innen zu meinem Kern, zu meiner Essenz gefestigt, gestärkt und ist so viel weicher geworden.
Ich würde sagen ich bin "realistischer." Das hilft mir zu verstehen, dass diese Momente, die ich gerade beschrieben habe so wertvoll sind und gleichzeitig weiß ich, dass ich keinen Anspruch darauf habe, dass es auch morgen noch so sein wird oder in zwei Stunden. Ich beginne mehr und mehr den Moment zu genießen, wenn er schön ist und mich daran zu erinnern, dass auch er vorbei gehen wird, früher oder später.
Weniger ist mehr. Ich begreife auf einer tiefen Ebene, dass ich nichts falsch gemacht habe, wenn es mir schlecht geht. Dass ich nicht einfach nur diese oder jene Übung oder Technik machen muss und dann geht es mir besser. Ich verstehe, dass es da auche eine Ebene gibt, auf die ich keinen oder nur wenig Einfluss habe und das bringt Entspannung und Loslassen mit, was mir natürlich nicht immer gelingt.
Für diese Erkenntnisse bin ich sehr dankbar und auch, dass ich dieses Jahr wieder Zugang zu meiner Kraft gefunden habe.
Wenn ich mit ihr in Verbindung bin, ist das ein unbeschreibliches Gefühl. In Momenten der Erschöpfung oder des Zweifelns, die aktuell immer noch oft vorkommen, versuche ich mich an sie zu erinnern.
Außerdem bin ich dieses Jahr zwei Mal alleine in Urlaub gefahren, was ein großer Komfortzonenerweiterungssprung war.
Ich habe eine Lehrerin gefunden und eine Meditationspraxis, die mich sehr abholt und nährt. Sie gehört zum Buddhismus und ich freue mich, da tiefer einzutauchen.
Im November gab es noch eine ganz besondere Reise für mich nach Stuttgart. Mit dem Zug. Über drei Tage und zwei Nächte. Da durfte ich einen kleinen Engel kennenlernen, das neugeborene Mädchen von meiner engen Freundin Steffi.
Das war wirklich unglaublich schön.
Und zum Abschluss noch folgende Frage: Was wünschst du dir für unsere Erde?
Wow. Das ist nochmal eine sehr große Frage zum Schluss 😉 Ja…was wünsche ich mir? Ich wünsche mir von uns als Menschheit ein tiefes inneres Verstehen von den Zusammenhängen auf unserem wunderschönen Planeten. Dass wir nicht getrennt sind, weder von der Erde, noch untereinander. Dass wir Teil der Natur sind. Dass wir alles in uns tragen, in Miniaturform.
Wir sind Teil von diesem lebendigen Organismus und ich wünsche mir, dass wir bei uns beginnen. Tief in uns drinnen. Dass wir an die Hand genommen werden, um da tief in uns drinnen Ordnung zu schaffen, eine heimelige Atmosphäre in uns selbst zu schaffen, damit wir dann diesen inneren Frieden auf ganz natürliche Weise nach außen tragen können.
Und dass wir uns stets geliebt und beschützt fühlen, dass wir spüren, dass wir verbunden sind und dass wir niemals alleine sind – auch wenn wir uns manchmal alleine fühlen.
Ich wünsche mir, dass wir uns erinnern oder erinnert werden, dass die Sonne immer scheint, auch wenn sie mal von dunklen und dicken Wolken verdeckt ist. Und ich wünsche mir, dass wir immer öfter das Gute sehen in den Menschen, die uns begegnen und dass wir Hand in Hand in eine friedvollere Welt gehen möchten.
Ich wünsche mir so sehr, dass wir uns trauen mehr zu fühlen und das auch zu zeigen. Gefühle sind unterschätze Superpowerkräfte und ich wünsche mir, dass sie jedes Lebenwesen für sich entfesseln kann, um die darin liegende Kraft zu entfalten und nutzen zu können. Zum höchsten Wohle aller. Das wünsche ich mir.

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Geda (Montag, 22 Dezember 2025 20:01)
Danke für diesen so mutigen, ehrlichen Schritt deine eigenen Gefühle und Empfindungen, Vergangenes und Hoffnungen so ehrlich zu äußern.
Ich bin immer da für dich, auch wenn es oft scheint, dass zuviel um mich herum mich fordert.
Du liegst mir am Herzen . Danke für diesen Beitrag.
Mama (Dienstag, 23 Dezember 2025 13:54)
Liebe Alexandra, die Worte deiner Geda kann ich genauso unterschreiben. Vielen Dank für diese besondere Tasse Tee mit dir.
Ich hab dich lieb ♥️
Ute (Freitag, 02 Januar 2026 22:03)
Danke für Deine Zeilen! Sie haben mich sehr berührt ⭐️
Maria (Freitag, 02 Januar 2026 22:14)
Liebe Alexandra, was für schöne Zeilen die du uns und auch dir selbst schenkst.
Du kannst wahrlich stolz auf dich sein, auf deinen Weg und vorallem auf deine Selbstreflektion. Denn wie du geschrieben hast, sollten wir uns nicht mit anderen vergleichen, sondern immer mit uns selbst, denn nur so kann Wachstum entstehen .
Ich danke dir liebe Alexandra für diese Tasse Tee ❤️ Es motiviert mich, selbst mal eine Tasse Tee mit mir zu genießen.
Ganz liebe Grüße �