Das Leben ist ein Fluss - ein Jahr Yogalehrerin

Für mich ist es sehr berührend auf dieses Jahr als Yogalehrerin zurückzublicken und zu sehen, wie sich alles gefügt hat und weiterhin fügt – Schritt für Schritt. Ein Jahr mit Neuanfängen, Ängsten, kleinen und großen Freuden, Ideen, Unterstützung, Führung und Umbrüchen.

Angefangen hat alles mit einem kleinen Yoga-Workshop-Samstag, zu dem Freunde und Familie kamen und die, die es durch meine zwei Flyer mitbekommen haben. Ich muss schmunzeln, wie viel Überwindung mich das Aufhängen der Flyer gekostet hat. Zum Glück war die innere Stimme so laut, dass ich es einfach tat. Es war wie eine große Gewissheit und Freude, dass ich jetzt einfach anfangen sollte zu unterrichten, wo und wie auch immer.

 

Ab Januar dieses Jahres kamen, wie aus dem Nichts, die ersten regelmäßigen Kurse in Hausach zustande. Diese Gruppen darf ich nun schon seit 30 Wochen begleiten. Für mich ist es ein besonderes Gefühl zu sehen, wie wir gemeinsam Yoga praktizieren, zusammenwachsen und ich durch diese Praxis so viel lernen kann, jede Woche aufs Neue.

Das Leben ist ein Fluss, ein Prozess, der sich ständig entfaltet, weiter bewegt, verändert und vor allem nie stillsteht. Ein Auf und Ab der Gefühle, von einem Lernprozess in den nächsten. Mal geht es wilder zu, dann wird es wieder stiller, tiefer. Ich versuche beides zu lieben – die Höhen und das Tieftauchen.

 

Es ist auf jeden Fall nicht so, dass ich als Yogalehrerin ständig gut gelaunt durch die Gegend hüpfe und nur Liebe, Freude und Glückseligkeit in mir trage. Auch springe ich nicht jeden Morgen voller Hingabe auf die Matte, um meine Morgenpraxis zu machen. Aber ich versuche diese Seiten und Gemütszustände anzunehmen, denn auch sie haben ihre Berechtigung. Sie wollen mich auf etwas aufmerksam machen, mir zeigen, dass es immer wieder darum geht alles zu fühlen und vor allem anzunehmen. Wir sind beides - Licht und Schatten – immer. Es ist nur die Frage, ob wir es zulassen (können). Manchmal habe ich Angst meine Schatten zu sehen und zu fühlen, genauso fällt es mir auch immer wieder schwer mein Licht zu zeigen und einfach zu scheinen. Auch das ist ein Prozess schätze ich.  

 

Ich bin unendlich dankbar, dass ich von Anfang an das Gefühl vermittelt bekommen habe, diese Authentizität und Offenheit mit in die Yogastunden bringen zu können. Denn wie sonst könnte ich Yoga unterrichten?

Oft ist es sogar so, dass mir Teilnehmer nach der Stunde sagen, dass sie aktuell mit gleichen Herausforderungen zu tun haben. Diese Verbundenheit zu spüren berührt mich jedes Mal wieder aufs Neue.

 

Und noch etwas wurde mir klar dieses Jahr. Am Anfang steht immer eine Idee. Bereits im Januar spürte ich den großen Wunsch in meinem Inneren regelmäßige Meditationen anzubieten, sowie Mantraabende und Workshops zu gestalten. Doch ich hatte keine Ahnung, wie das gehen soll.

Nun zu sehen, dass sich alles im Laufe des Jahres entwickelt hat, sich die richtigen Wege gekreuzt haben, versetzt mich in ein Gefühl von tiefer Demut. Ich glaube, dass dieser eine Gedanke oder die Idee von etwas uns trägt. Es gedeiht so lange in unserem Inneren bis er bereit ist zu erblühen und dann geht die nächste Tür auf. Wenn wir es zulassen.

 

Abschließend möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken, bei all den Menschen, die in meine Kurse kommen und mir somit die Möglichkeit geben, das Geschenk des Yoga zu teilen. Ich fühle mich in den Stunden oft selbst wie eine Schülerin, die durch das Praktizieren mit der Gruppe und von der Gruppe so viel mitnimmt und lernt. Auch hier denke ich, dass wir immer beides sind – Lehrer und Schüler. Wir sind alle wechselseitig miteinander verbunden.

 

- Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung -

(Heraklit, griechischer Philosoph)

 

 

 

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